Kreisfeuerwehrverband zieht Bilanz: 25.741 Einsatzstunden für die Sicherheit im Landkreis

22.05.2026
Feuerwehr Verein Kreisfeuerwehrverband
FREILASSING – Die Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Berchtesgadener Land waren im vergangenen Jahr bei 1.484 Einsätzen gefordert. Insgesamt wurden zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger 25.741 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Zur diesjährigen Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands (KFV) kamen zahlreiche Ehrengäste, Kommandanten, Vereinsvorsitzende und Feuerwehrkräfte im Berufsschulzentrum Freilassing zusammen. Für den neuen Vorsitzenden und Kreisbrandrat Michael Brandl war es eine Premiere: Er führte, nach seiner Amtsübernahme im Sommer 2025 von Sepp Kaltner, erstmals durch die Versammlung.

In seiner Begrüßung dankte der Vorsitzende den Feuerwehren des Landkreises, die im Außenbereich vorab die neu beschafften Fahrzeuge und Gerätschaften präsentiert hatten. Ein besonderer Gruß galt den zahlreichen Vertretern aus Politik sowie den befreundeten Blaulichtorganisationen.  Allen voran begrüßte Brandl den neuen Landrat Michael Koller und seinen Amtsvorgänger Bernhard Kern. Nach dem Totengedenken blickte der Vorsitzende auf ein ereignisreiches Verbandsjahr zurück, das stark von strukturellen Wechseln geprägt war. Nach einer Satzungsänderung im Februar wurde im Juli der Verbandsausschuss neu gewählt.

Stabile Mitgliederzahlen und starke Jugendquote

Die Mitgliederzahlen im Landkreis präsentieren sich weiterhin stabil: Aktuell leisten 2.015 Menschen aktiven Feuerwehrdienst im Berchtesgadener Land. Besonders erfreulich zeigt sich die Situation bei der Jugendfeuerwehr. Unter der Leitung von Kreisjugendwart KBM Christian Burr und seinem Stellvertreter KBM Sebastian Walch engagieren sich 380 Jungen und Mädchen. „Man sieht, dass die Feuerwehr längst keine reine Männertruppe mehr ist. Insbesondere bei der Jugendfeuerwehr liegt der Anteil weiblicher Feuerwehrdienstleistender bei fast einem Drittel“, freute sich der Vorsitzende.

Ruhigeres Einsatzjahr mit individuellen Herausforderungen

Das Jahr 2025 war für die Feuerwehren ein eher ruhiges Einsatzjahr, da der Landkreis von schweren Unwettern bis auf wenige Ausnahmen verschont blieb. Insgesamt wurden 1.484 Einsätze mit 25.741 Einsatzstunden abgewickelt. „Nichtsdestotrotz muss man die Einsätze jeweils mit ihrer individuellen Herausforderung sehen. Auch in vermeintlich ruhigen Jahren wird von unseren freiwilligen Einsatzkräften verlangt, von einer Minute auf die andere voll da zu sein“, betonte der Kreisbrandrat.

Symbolisch begann und endete das Einsatzjahr der Landkreisfeuerwehren in Berchtesgaden: Die dortige Feuerwehr rückte am 1. Januar 2025 um 0:44 Uhr zum ersten Einsatz („Brand Abfall“) aus und beendete dann auch das Einsatzjahr am Silvesterabend um 22:42 Uhr mit dem kreisweit letzten Einsatz bei einem schweren Verkehrsunfall mit einem überschlagenen PKW. Überschattet wurde der Jahresbeginn von einem schadenträchtigen Dachstuhlbrand in Piding direkt in der Neujahrsnacht, bei dem sich ein Kamerad schwer verletzte.

Mammutprogramm in der Aus- und Weiterbildung

Insgesamt absolvierten im vergangenen Jahr 553 Feuerwehrdienstleistende weiterführende Lehrgänge zusätzlich zu den regelmäßigen Übungen in den Heimatfeuerwehren. Die Statistik verzeichnete unter anderem 42 neue Atemschutzgeräteträger, 18 Teilnehmer im holzbefeuerten Brandübungscontainer sowie 34 neu ausgebildete Maschinisten und 46 Teilnehmer an Fahrsicherheitstrainings. Zudem absolvierten 84 Teilnehmer den MTA-Basis-Lehrgang und 81 Prüflinge legten die MTA-Abschlussprüfung erfolgreich ab. Ein besonderer Dank des KBR galt den Landkreisausbildern für ihr überörtliches Engagement.

Solide Finanzen, Grußworte und Ehrungen

Schatzmeisterin Christina Grabner legte den detaillierten Kassenbericht vor. Nach dem Bericht der Kassenprüfer wurde die Vorstandschaft per Akklamation einstimmig entlastet. Auch der von Grabner vorgestellte Haushaltsplan für das Jahr 2026 fand die ungeteilte Zustimmung der Versammlung.

In den anschließenden Grußworten bezeichnete der neue Landrat Michael Koller die Verbandsversammlung als seine ganz persönliche „Feuertaufe“. Er dankte den 2.015 Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis für ihren täglichen ehrenamtlichen Einsatz zum Schutz der Bürger. Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl unterstrich, dass die Feuerwehr eine kommunale Pflichtaufgabe sei und die Politik auf wohlwollende Worte auch Taten folgen lassen müsse. Vertreter der Polizeiinspektion Freilassing (EPHK Florian Ertl), der Bergwacht und des BRK (Nik Burger) sowie des THW (Justus Bossenmaier) lobten unisono die hervorragende, fachliche und kameradschaftliche Zusammenarbeit aller Organisationen auf Augenhöhe.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war zudem die feierliche Auszeichnung zahlreicher verdienter Persönlichkeiten aus dem Feuerwehrwesen und der Kommunalpolitik. Darauf werden wir in einem separaten Bericht zurückkommen.

Die Versammlung schloss traditionell mit dem Dank des Vorsitzenden an alle Beteiligten und dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.