Fahrsicherheitstraining für Maschinisten: Sicher unterwegs im Einsatz

23.04.2026
Feuerwehr Lehrgang
Sichere Einsatzfahrten sind das A und O für eine erfolgreiche und unfallfreie Alarmfahrt. Gerade bei Blaulichtfahrten – unter Zeitdruck, mit hoher Verkehrsdichte und oft bei schwierigen Witterungsbedingungen – ist es entscheidend, dass Maschinisten ihr Fahrzeug jederzeit souverän beherrschen.

Genau deshalb hat die Kreisbrandinspektion Berchtesgadener Land im April ein praxisorientiertes Fahrsicherheitstraining organisiert – gezielt zugeschnitten auf die leichteren Einsatzfahrzeuge wie Einsatzleitfahrzeuge und Mehrzweckfahrzeuge (MZF).

Ziel: Mehr Sicherheit im Einsatzalltag

Auch wenn ELW, MZF oder ein TSF im Vergleich zu den großen Löschfahrzeugen leichter sind, bringen sie durch ihre Motorisierung, Geschwindigkeit  und Wendigkeit eine eigene Dynamik mit. Im Einsatz bedeutet das: schnelle Reaktionen, klare Entscheidungen und sauberes Fahrverhalten – auch dann, wenn’s plötzlich kritisch wird. Das Training hatte deshalb ein klares Ziel: die Fahrpraxis festigen, die Grenzen (und Möglichkeiten) des eigenen Fahrzeugs realistisch kennenlernen und dadurch Sicherheit für Einsatzfahrten unter realen Bedingungen gewinnen.

Ort und Ablauf: Theorie, dann konsequent Praxis

Trainiert wurde auf dem Verkehrsübungsplatz des ARBÖ in Straßwalchen. Insgesamt nahmen 16 Maschinisten mit acht Fahrzeugen aus Feuerwehren des gesamten Landkreises teil.

Nach einer kompakten theoretischen Einführung ging es um typische Gefahren im Straßenverkehr und die besonderen Herausforderungen in kritischen Fahrsituationen. Themen wie Fahrphysik, Bremsweg, Reaktionszeit sowie richtiges Verhalten bei Gefahrensituationen bildeten die Grundlage – und dann ging es direkt raus auf den Platz.

Praxisprogramm: Bremsen, Ausweichen, Kontrolle behalten

Auf dem Übungsplan standen unter anderem:

  • Notbremsungen
  • Slalomfahren (auch rückwärts)
  • Ausweichmanöver inklusive „Elchtest“
  • sicheres Kurvenfahren und sauberes Lenken unter Lastwechseln

Ein Schwerpunkt lag auf dem Unterschied zwischen trockener Fahrbahn und Bedingungen wie Nässe oder Schnee. Mit den vorhandenen Gleitflächen konnten winterähnliche Situationen realistisch simuliert werden – inklusive dem Moment, wenn das Fahrzeug beginnt auszubrechen. Genau diese Erfahrung war für viele besonders wertvoll: nicht theoretisch drüber reden, sondern spürbar erleben, wann es kritisch wird und wie man das Fahrzeug wieder stabilisiert.

Nutzen für den Einsatz: Risiken erkennen, richtig reagieren

Der Mehrwert für Einsatzfahrten war klar erkennbar: Wer sein Fahrzeug im Grenzbereich schon einmal kontrolliert erlebt und beherrscht hat, reagiert im Ernstfall ruhiger, schneller und vor allem richtiger. Das Training schärfte den Blick für typische Gefahrenlagen – plötzliches Bremsen, unübersichtliche Ausweichsituationen, rutschige Fahrbahn, zu hohe Kurvengeschwindigkeit – und zeigte praxisnah, wie man auch unter Stress handlungsfähig bleibt.

Stimmung und Feedback: Lehrreich – und hat auch Spaß gemacht

Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren durchweg positiv. Die Mischung aus Theorie und Praxis wurde als genau richtig empfunden: fachlich fundiert, aber nicht „staubtrocken“. Dazu kam der Austausch mit Kameraden aus anderen Wehren – eine gute Gelegenheit, voneinander zu lernen und auch mal über den eigenen Hof hinauszuschauen.

In der Abschlussbesprechung wurde mehrfach betont, dass solche Trainings grundsätzlich für jeden Autofahrer sinnvoll wären – für Maschinisten von Einsatzfahrzeugen aber umso mehr, weil sie im Einsatz immer wieder mit kritischen Situationen konfrontiert werden.

Fazit: Ein voller Erfolg – für alle Beteiligten

Für den Kreisfeuerwehrverband war das Training ein klarer Erfolg. Es hat gezeigt, wie wichtig es ist, Maschinisten regelmäßig zu schulen und Fahrpraxis unter kontrollierten, aber realistischen Bedingungen zu trainieren. Das erhöht nicht nur die eigene Sicherheit, sondern schützt auch Mannschaft und andere Verkehrsteilnehmer.

Denn am Ende zählt vor allem eins: sicher zum Einsatz kommen – und genauso sicher wieder zurück ins Gerätehaus.

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Runde Fahrsicherheitstraining – denn Übung macht den Meister!