Ausbildung "Flugunfälle mit Kleinflugzeugen"

2. Juli 2022
Übung Ausbildung
Nicht einmal vier Jahre ist es her, dass sich ein Kleinflugzeug im Saaldorfer Ortsteil Sillersdorf bei einer Notlandung überschlug. Der Unfall verlief glimpflich und ohne gravierende Verletzungen der Betroffenen. Dennoch stellen derartige Situationen auch für die eintreffenden Einsatzkräfte eine Gefahr dar. Der mit einer Sprengladung versehene Rettungsschirm der Kleinflugzeuge kann bei unachtsamen Vorgehen schwerste Verletzungen verursachen.

Dieser Umstand war Grund genug, für die Feuerwehren des nördlichen Bereiches des Landkreises Berchtesgadener Land einen Fortbildungstag zu diesem Thema zu absolvieren.

Kreisbrandmeister Michael Brandl begrüßte im Feuerwehrgerätehaus Laufen die Schulungsteilnehmer der Feuerwehren Ainring, Freilassing, Laufen, Saaldorf und Surheim, um das Wort dann an Hans Rachl zu übergeben. Hans Rachl ist im nahen Chiemgau zu Hause und Experte auf dem Gebiet der Fliegerei. Seine Seminare zum Thema „Flugunfälle mit Kleinflugzeugen“ an der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg sind heiß begehrt. Umso erfreulicher war es, Herrn Rachl für eine Tagesveranstaltung im Berchtesgadener Land begrüßen zu dürfen.

In einem rund zweistündigen Vortrag stellte Hans Rachl Typen von Luftfahrzeugen, Ursachen für Flugunfälle und die Gefahren der mit Sprengladungen betriebenen Rettungssysteme vor. Ebenso wurden wertvolle Tipps gegeben, wie sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr sicher verunfallten Luftfahrzeugen nähern und Personen aus Flugzeugen retten können.

Im Anschluss stand nochmals die Sprengladung des Rettungsfallschirms im Fokus. Um die Wirkung zu verdeutlichen wurde durch den Ausbilder eine Sprengladung entzündet, die sich in einem heftigen Knall entlud. Eine eindrucksvolle Darstellung, die sicher allen Anwesenden in Erinnerung bleiben wird und die Sensibilität zum Thema weiter stärkt. 

Video von der Auslösung der Sprengladung des Rettungsfallschirms.

In der anschließenden Übung konnten die Feuerwehrler an einem echten Flugzeugwrack das im Theorieteil erworbene Wissen sofort in die Praxis umsetzen. Auf einer neben dem Feuerwehrgerätehaus gelegenen Wiese lag das verunfallte Flugzeug. Auf dem Pilotensitz ein Schwerverletzter. Umsichtig retteten die Feuerwehrkräfte den Verletzten aus dem Flugzeug, sicherten das Fluggerät und sperrten den Gefahrenbereich routiniert ab. Auch die Sicherstellung des Brandschutzes war hierbei selbstverständlich.

Unmittelbares Feedback zur Übung gab es von Hans Rachl, der sich sehr zufrieden zeigte und den Feuerwehrmännern hervorragende Arbeit bescheinigte.

Das Schlusswort gehörte wiederum KBM Michael Brandl. Er bedankte sich bei Hans Rachl für die Schulung, in der umfangreiches Wissen vermitteln wurde. Verbunden dem Apell immer sensibel und achtsam an Einsatzlagen heranzugehen, bedankte sich Brandl auch bei den ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden für ihre engagierte Teilnahme.