15 neue Maschinisten der Feuerwehren im Berchtesgadener Land

1. Juni 2022
Ein Haus steht im Vollbrand und die nächste ergiebige Wasserentnahmestelle ist hunderte Meter entfernt. Ein Szenario, das häufiger anzutreffen ist, als man sich das gemeinhin vorstellt. Ein abgelegener Hof oder ein Gebäude am Berg wären mögliche Einsatzorte. Was tun?

Man könnte sagen nun schlägt die Stunde der Maschinisten. Diese haben nicht nur die Aufgabe die Mannschaft zum Einsatzort zu bringen – und das auch noch sicher und unfallfrei – Nein, sie haben die Aufgabe, die Schlauchleitungen, die von den Kameraden vom Hydranten, Bach oder See Richtung Brandstelle gelegt werden mit Wasser zu füllen und sicher und stabil unter Druck zu halten. Nur dann kann eine erfolgreiche Bekämpfung des Feuers gelingen. Ist dabei auch noch ein größerer Höhenunterschied zu überwinden, kann das an die Maschinisten, die diese Förderstrecke in Gang halten sollen durchaus hohe Anforderungen stellen.

Es genügt nicht, nur am Gashebel der Feuerlöschkreiselpumpe zu drehen, und zu hoffen, dass das Wasser durch die Schläuche problemlos fließt, Hier sind grundsätzliche Kenntnisse über die eingesetzten Maschinen und deren Leistungsfähigkeit, physikalische Hintergründe, wie Reibungs- oder Höhenverluste in Schlauchleitungen oder über mögliche Störeinflüsse bei der Wasserförderung und deren Begegnung unverzichtbar. Je nach Einsatzbedingungen bieten sich unterschiedliche Aufbauvarianten der Förderleitung an was wiederum von den Maschinisten Flexibilität bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben verlangt.

Diese Fähigkeiten wurden auf dem Maschinistenlehrgang des Kreisfeuerwehrverbandes, der vor kurzem in Anger stattfand, ausführlich geübt. Daneben waren – wie immer – natürlich auch theoretische Inhalte gefragt. Rechtliche Hintergründe, die die Verantwortung der Maschinisten als Fahrer der Einsatzfahrzeuge betreffen, müssen kennengelernt und in Übung und Ernstfall auch sicher angewendet werden können.

15 aktive aus verschiedenen Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises trafen sich an zwei Samstagen, sowie drei Abenden unter der Woche im Angerer Feuerwehrgerätehaus um den umfangreichen Stoff erlernen zu können. Insbesondere die Unterrichte unter der Woche stellen natürlich nach einem langen Arbeitstag immer wieder auch eine Herausforderung an die Kondition der Teilnehmer dar.

Erfreulicherweise fiel aber der Einsatz der Ausbilder des Kreisfeuerwehrverbandes offensichtlich auf fruchtbaren Boden und alle Teilnehmer konnten nach der obligatorischen Abschlussprüfung vom Lehrgangsleiter Kreisbrandmeister Rainer Holzner am Ende des letzten Übungssamstages die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang in Empfang nehmen.

Erfreulich für die Teilnehmer des Lehrgangs, aber auch für Kreisbrandinspektion und Ausbilder. So konnte doch hier wieder eine ansehnliche Zahl an Maschinisten für Ihre Arbeit in den Wehren ausgebildet werden. Als kleinen Wehrmutstropfen gab Holzner den Kameraden aber – mit einem leichten Augenzwinkern – mit, das mit dem Abschluss des Lehrgangs, das Lernen noch lange Zeit nicht vorbei sei, aber nunmehr in der heimischen Wehr fortgesetzt werden müsste.  

Bericht: Peter Kaeswurm