Maschinistenlehrgang

3. Juli 2021
Ausbildung
Nach langer Zwangspause konnte nun endlich wieder ein Maschinistenlehrgang durchgeführt werden. Mit 18 Teilnehmern war der Lehrgang des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land in Anger gut besucht, mussten doch die geplanten Ausbildungsgänge im Jahr 2020 und im Frühjahr 2021 coronabedingt ausfallen. Daher gab es natürlich starken Bedarf an Ausbildung.

Üblicherweise finden jährlich zwei Lehrgänge – einer im Frühjahr und einer im Herbst – statt. Der letzte reguläre Kurs war im Herbst 2019 ebenfalls in Anger. Auch den Ausbildern war anzumerken, dass sie froh waren nach dieser nicht ganz zwei-jährigen Pause mit ihrem Team wieder tätig werden zu können. Feuerwehrangehörige aus 10 Feuerwehren des mittleren und nördlichen Landkreises nahmen an diesem Lehrgang teil.

Sie besuchten innerhalb von knapp zwei Wochen an fünf Abenden und zwei Samstagen (der erste ganztägig) die Ausbildungsveranstaltungen, die von den Ausbildern des Kreisfeuerwehrverbandes betreut wurden.

Den zukünftigen Maschinisten wurde bei den theoretischen Unterrichten und praktischen Übungen schnell klar, dass die Funktion des Maschinisten von Löschfahrzeugen eine erhebliche Verantwortung mit sich bringt.

Technische Themen wie die Funktionsweisen von Motoren und Pumpen, Löschwasser­entnahme und -förderung standen auf dem Stundenplan.

Aber auch rechtliche Sachverhalte wie Straßenverkehrsrecht und Unfallverhütungs­vor­schriften wurden in der theoretischen Ausbildung behandelt. Der Maschinist ist nicht nur für die Bedienung von Pumpen und Aggregaten am Löschfahrzeug verantwortlich. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist der zwar schnelle, aber vor allem sichere Transport der Mannschaft zum Einsatzort und danach auch wieder zurück zum Gerätehaus.

Im praktischen Teil wurde die Wasserförderung über lange Wegstrecken und größere Höhendifferenzen geübt. Die Bedienung unterschiedlicher Pumpentypen an verschiedenen Stellen in der Förderleitung war dabei ein weiterer Ausbildungspunkt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auch auf der möglichst selbstständigen Bewältigung von Problemen in der Förderleitung im Laufe eines Einsatzes. Durch äußere Einflüsse und Störungen wie unterschiedlich große Löschwasserabnahme am Einsatzobjekt, Problemen bei der Wasserentnahmestelle oder lapidaren Schlauchplatzern kann die Löschwasserversorgung  abreißen. Die Einsatzkräfte am Brandobjekt sind aber auf eine jederzeit ausreichende Versorgung mit dem Löschmittel Wasser angewiesen. Der Maschinist muss beim Auftreten von Problemen schnell und richtig darauf reagieren und diese sicher stellen können.

Am Ende eines jeden Lehrganges steht eine Prüfung auf dem Programm, um feststellen zu können, ob das Erlernte richtig angewandt werden kann. Dies ist – zugegebenermaßen – nicht der beliebteste Teil einer jeden Ausbildung, aber alle Teilnehmer legten die Prüfung mit Erfolg ab. Dazu gratulierte der Lehrgangsleiter Kreisbrandmeister Rainer Holzner herzlich und überreichte jedem der frisch gebackenen Maschinisten eine Urkunde.

Abschließend wies er die Teilnehmer noch darauf hin, dass ein bestandener Lehrgang aber im besten Falle der Anfang sein kann. Nun sei es erforderlich in der eigenen Wehr das Gelernte zu vertiefen und mit der eigenen Ausrüstung vor Ort vertraut zu werden, um diese dann letztendlich auch unter widrigen Bedingungen sicher zu beherrschen.

Im Spätsommer ist ein weiterer Ausbildungsgang, dann im südlichen Landkreis, geplant.

Unsere Bilder zeigen Situationen aus dem Ausbildungsbetrieb

Text und Bilder: Peter Kaeswurm