Atemschutz: 250 Gruppenführer fortgebildet

5. Januar 2020
Übung
Bei der ureigensten Aufgabe der Feuerwehr, der Bekämpfung von Bränden, ist das Thema Atemschutz nicht wegzudenken. Die in verrauchte und brennende Bereiche vorgehenden Einsatzkräfte der Feuerwehr brauchen dabei Atemschutztechnik auf die Sie sich verlassen können. Verlassen können müssen sie sich dabei aber auch auf Ihre eigenen Fähigkeiten und das verantwortungsvolle Handeln Ihrer Gruppenführer.

Genau diese Schnittstelle zwischen dem Gruppenführer, dem Chef auf dem Löschfahrzeug, und seinen Atemschutztrupps stellt einen wichtigen Faktor zum Gelingen des zeitgemäßen Einsatzes unter Atemschutz dar. Arbeiten Gruppenführer und Atemschutztrupp eng zusammen entsteht dadurch auch ein Plus an Sicherheit für die eingesetzten Feuerwehrler. Zudem wirkt es sich positiv auf die Effektivität des Einsatzes der Feuerwehr aus, wenn Gruppenführer und Atemschutztrupp sich optimal ergänzen.

Um den Führungskräften der Feuerwehren im Berchtesgadener Land genau zu dieser Schnittstelle wertvolle Informationen an die Hand zu geben, wurden an elf Schulungsabenden 250 Gruppenführer der Landkreisfeuerwehren fortgebildet. Der für die Atemschutzausbildung im Landkreis zuständige Kreisbrandmeister (KBM) Michael Brandl beleuchtete dabei verschiedene Gesichtspunkte, die zum erfolgreichen und sicheren Atemschutzeinsatz beitragen.

So stellt beispielsweise das Thema Atemschutzüberwachung einen wesentlichen Bestandteil eines Atemschutzeinsatzes dar. In der Dynamik des Einsatzes ist es wichtig den Überblick über die eingesetzten Kräfte zu behalten und mit den Atemschutzgeräteträgern im verrauchten Gebäude in Kontakt zu bleiben. Anhand konkreter Beispiele sprach Brandl diese wichtige Aufgabe des Gruppenführers an und gab Tipps zur praktischen Umsetzung.

Da der Gruppenführer im Einsatz auch entscheiden muss, ob und wie weit die Trupps ein brennendes Gebäude vorgehen, wurde im Rahmen der Fortbildung auch das Vorgehen im Innenangriff beleuchtet. Hat ein Gruppenführer im Außenbereich eine möglichst konkrete Einschätzung der Lage im Inneren des Brandobjekts, ist es ihm auch möglich, die eingesetzten Trupps sicher zu führen. Das im bayerischen Ausbildungsleitfaden für Atemschutzgeräteträger enthaltene Ampelschema zur Beurteilung der Rauchausbreitung in Brandräumen stellt dabei ein hilfreiches Instrument dar. Rot, Gelb und Grün sind Farben, die eine für jedermann geläufige Unterteilung der Gefährdung darstellen. Da es notwendig ist, sowohl beim Atemschutztrupp, als auch beim Gruppenführer eine möglichst gleiche und genaue Einordnung der Rauchsituation im Brandbereich zu haben, wurde das Schema auch den Gruppenführern ausführlich erläutert.

Trotz sorgfältiger Planung und strukturiertem Vorgehen können Zwischenfälle im Atemschutzeinsatz nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Da auch in diesem Fall vom Gruppenführer verantwortungsvolles und durchdachtes Handeln gefordert wird, ging  KBM Michael Brandl in den Vorträgen auf das Thema Atemschutznotfall ein. Er spannte dabei den Bogen von möglichen Maßnahmen zur Eigenrettung des Trupps bis hin zur Bereitstellung einer sogenannten Anleiterbereitschaft. Hierbei werden tragbare Leitern oder auch eine Drehleiter so am Gebäude positioniert, dass über die Leitern ein zweiter Rettungsweg für die eingesetzten Atemschutztrupps angeboten werden kann.

Die hohe Anzahl von 250 motivierten Schulungsteilnehmern und viel positives Feedback von den Gruppenführern freuten KBM Brandl sehr. Sein Resümee zu den Schulungen:  „Wir wollen der Bevölkerung im Berchtesgadener Land ein hohes Maß an Sicherheit und Professionalität bieten. Dabei dürfen wir aber auch die Sicherheit unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte nicht aus den Augen verlieren. Von überlegtem und zielgerichteten Handeln im Atemschutzeinsatz profitierten letztendlich Feuerwehrkräfte und auch Betroffene.“