Spezialkräfte für Strahlenschutzeinsätze bilden sich fort

22. Dezember 2019
Übung
Einsätze im Zusammenhang mit radioaktiven Stoffen können Feuerwehren jederzeit begegnen. Neben Verkehrsunfällen mit Beteiligung von entsprechenden Transportfahrzeugen kann es auch im medizinischen und gewerblichen Bereich zu Zwischenfällen kommen.

Im Landkreis Berchtesgadener Land halten drei Feuerwehren Sonderausrüstung für Einsätze im Zusammenhang mit radioaktiven Materialien vor. Um damit vertraut zu sein, bilden sich die Feuerwehren Ainring, Bad Reichenhall und Freilassing regelmäßig zum Thema Strahlenschutz fort.

Unter anderem bietet der Freistaat Bayern zur Fortbildung die sogenannte Standortschulung Strahlenschutz an. Dieses hochwertige Ausbildungsangebot wurde gerne angenommen. Eine Woche vor Weihnachten kamen vier Lehrkräfte der staatlichen Feuerwehrschule Geretsried nach Freilassing und schulten insgesamt 25 Teilnehmer.

Zunächst wurde im Rahmen eines Unterrichts der Wissensstand zum Thema Strahlenschutz für alle Feuerwehrdienstleistenden aufgefrischt. Direkt daran schloss sich der erste Teil der Praxisausbildung an.

Aufgeteilt auf zwei Gruppen befassten sich die Teilnehmer mit den Themen Dekontamination und Messgeräte. Beim Thema Dekontamination lag das Augenmerk vor allem auf dem praxisgerechten Aufbau des Dekontaminationsplatzes sowie auf der sorgfältigen Arbeit des eingesetzten Personals. Im Zusammenhang mit den Messgeräten wurden die Schulungsteilnehmer hinsichtlich der Messtechnik und Messtaktik sensibilisiert und konnten an mehreren Übungsobjekten die vorgehaltenen Messgeräte praktisch austesten.

Nach der Mittagspause schlossen sich zwei Übungseinsätze an. Zunächst galt es einen Verkehrsunfall mit Beteiligung eines Transporters für radioaktives Material abzuarbeiten. Im zweiten Übungseinsatz war eine mit Resten von radioaktivem Material verschmutzte Werkstatt Übungsannahme. Beide Übungen wurden strukturiert und ruhig abgearbeitet und im Anschluss zusammen mit den Ausbildern der Feuerwehrschule besprochen.

Im Rahmen der Besprechung zeigte sich, dass die Feuerwehren Ainring, Bad Reichenhall und Freilassing auf einen erfreulich hohen Wissensstand auf dem Sektor Strahlenschutz zurückgreifen können.

Während des Ausbildungstages überzeugten sich auch Kreisbrandinspektor Leonhard Schaller und Kreisbrandmeister Michael Brandl von der Leistungsfähigkeit Ihrer Feuerwehren. Sie richteten den Dank an die Lehrkräfte der staatlichen Feuerwehrschule und zollten den ehrenamtlichen Einsatzkräften Ihren Respekt. Schließlich ist es alles andere als selbstverständlich, in der stressigen Vorweihnachtszeit zusätzlich ehrenamtlich an einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen.

KBM Michael Brandl