Fortbildung Gefahrgut

21. September 2019
Übung
Gefahrguteinsätze fordern auch die Feuerwehren im Berchtesgadener Land immer wieder. Umso wichtiger ist es für diese anspruchsvollen Einsätze gut vorbereitet zu sein.

Um im Landkreis vorhandenes Gerät und ausgebildetes Personal im Einsatzfall zusammenzuführen ergänzen sich im ABC-Zug Berchtesgadener Land mehrere Feuerwehren.

Drei davon, die Feuerwehren Bad Reichenhall, Freilassing und Piding nutzten einen sonnigen Herbsttag um sich im Rahmen einer Fortbildung bei der Werkfeuerwehr Wacker in Burghausen weiteres Wissen anzueignen und vorhandenes Wissen zu vertiefen.

Nach einer Kurzeinweisung in den Übungstag und der Einteilung der Mannschaft auf die Fahrzeuge wurde die erste Übungsstelle im Chemiewerk angefahren. Aus einem Container trat eine zunächst unbekannte Flüssigkeit aus. Die Einsatzkräfte reagierten gedankenschnell und retteten einen bewusstlosen Mitarbeiter aus dem Nahbereich der Austrittsstelle des Gefahrguts. Nachdem der Einsatzort abgesperrt und die Identifikation des austretenden Stoffes durchgeführt worden war, ging es daran den Stoffaustritt zu unterbinden. Hierzu kamen Atemschutzgeräteträger unter speziellen Chemiekalienschutzanzügen zum Einsatz. Die vorgehenden Spezialkräfte wurden durch weitere Einsatzkräfte bei Ihrer Arbeit durch die Vorbereitung und Heranreichung von geeigneten Auffangbehältern und Umfüllpumpen unterstützt. In der Nachbesprechung zeigten sich die Ausbilder der Werkfeuerwehr zufrieden mit der Arbeit der Feuerwehrfrauen und -männer aus dem Berchtesgadener Land.

Ein zweites Übungsszenario stellte einen Ammoniakaustritt aus einer Kühlanlage in einem Gebäude dar. Auch hier musste ein im Bereich der Gefahrenstelle verbliebener Mitarbeiter durch die Feuerwehr gerettet werden. Eine große Herausforderung bestand in diesem Fall darin, die Einsatzstelle vollumfänglich zu erkunden, da die Schadensstelle von außen nicht einsehbar im Gebäude lag. Wiederum kamen Chemiekalienschutzanzugträger zum Einsatz, die durch Anbringung einer Verschraubung an der Verrohrung der Kühlanlage den Ammoniakaustritt stoppen mussten. Hierzu war unter den einengenden Schutzanzügen insbesondere Fingerfertigkeit gefragt. Um die Ammoniakdämpfe aus dem Gebäude beseitigen zu können, kam ein spezielles Be- und Entlüftungsgerät zum Einsatz. Auch in der Nachbesprechung dieser Übung gab es von den Ausbildern der Werkfeuerwehr Wacker neben hilfreichen Tipps viel Anerkennung für die Leistung der eingesetzten Feuerwehrler.

Bei beiden Übungen konnte auch der bei Gefahrguteinsätzen sehr wichtige rückwärtige Bereiche der Einsatzstelle ausführlich beübt werden. Themen wie Gerätebereitstellung, Gefahrgutnachschlagewerke und Dekontamination wurden dabei in der praktischen Anwendung weiter verinnerlicht.

Kreisbrandmeister Michael Brandl beobachtete den Übungstag aufmerksam und bedankte sich bei den 28 Teilnehmern für ihr herausragendes Engagement. "Es ist keineswegs selbstverständlich, an einem sonnigen Herbsttag Freizeitaktivitäten hinten an zu stellen und sich einen ganzen Samstag für die Allgemeinheit einzusetzen. Gerade diese Übungstage sind wichtig um Gefahrguteinsätze auf hohem Niveau abarbeiten zu können." so Brandl.