Kreisfeuerwehren leisten knapp 29.000 Einsatzstunden – Anzahl der aktiven Kameraden steigt

8. April 2019
Jahreshauptversammlung
Einen Überblick über das weitläufige Einsatzspektrum der freiwilligen Feuerwehrkräfte im Landkreis Berchtesgadener Land gewährte Kreisbrandrat Josef Kaltner bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land. Eine erfreuliche Nachricht war, dass die Zahl der aktiven Kameraden die „1.900er Marke“ überschritten hat. „Die Tendenz ist in den letzten Jahren steigend gewesen, 2018 hatten wir 1.922 Aktive“ zog Kaltner auch eine personelle Bilanz.

Zur Verbandsversammlung im Pidinger „Altwirt“ waren nicht nur Vertreter aller Kreisfeuerwehren gekommen, auch zahlreiche Bürgermeister, Vertreter von Polizei und Bundeswehr, Mitarbeiter von Ämtern und Behörden sowie Führungskräfte und Mitglieder anderer „Blaulichtorganisationen“ aus dem Berchtesgadener und dem benachbarten Salzburger Land stellten durch ihre Anwesenheit die Verbundenheit zur Feuerwehr heraus. Nicht nur Landrat Georg Grabner unterstrich in seinem Grußwort die hervorragende Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen. Ein Beweis dafür war die „Schneekatastrophe“  Anfang des Jahres gewesen.

Welche Bandbreite an Einsätzen die Feuerwehren im vergangenen Jahr zu bewältigen hatten, das zeigte Kreisbrandrat Josef Kaltner in seiner Bilderrückschau auf. Er berichtete von teils schweren Unfällen mit Personenwägen oder Lkws, von Einsätzen bei Bränden an Gebäuden, im Ainringer Moor oder im Nachbarlandkreis Traunstein bei einem Waldbrand in Ruhpolding. Die Kameraden wurden aber auch zu Tierrettungen gerufen, mussten ein Luftfahrzeug nach einer Notlandung abtransportieren und wurden zu zahlreichen weiteren Anlässen alarmiert. Es gab aber noch eine Reihe anderer Veranstaltungen in Sachen Feuerwehrwesen.  Ein großer Erfolg war einmal mehr das Feuerwehrsymposium gewesen, das bereits zum zehnten Mal durchgeführt worden war. Aktuelles Feuerwehrwissen wurde bei dieser Veranstaltung von den Referenten vermittelt. Die sportliche Seite war auch nicht zu kurz gekommen. Die Feuerwehrkameraden hatten jeweils auf Kreisebene ein Skirennen und ein Hallenfußballturnier veranstaltet. Einen schönen Anlass zum Feiern gab es beim Jubiläum „25 Jahre Kreisfeuerwehrverband Berchtesgadener Land“ im vergangenen Oktober.  Insgesamt gibt es im Berchtesgadener Land 1.922 feuerwehrdienstleistende Männer und Frauen. Sie hatten bei insgesamt 1.643 Einsätzen 28.704 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. „Über die Jahre betrachtet ein ‚ruhiges‘ Jahr fasste, Kaltner zusammen.

Der Kreisbrandrat spannte den Bogen weiter: „Um den Mitgliederstand halten zu können, ist eine erfolgreiche Jugendarbeit wichtiger Baustein. Deshalb gilt mein besonderer Dank allen Jugendausbildern mit Kreisjugendwart Chistian Burr an der Spitze für ihre Arbeit sowie allen Kommandanten, Vereinsvorsitzenden, Bürgermeistern bis hin zu unserem Landrat und allen Spendern, welche der Jugendarbeit neben der ideellen auch eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen“.  In Zusammenhang mit der Ausbildung für die Kameraden richtete Kaltner ergänzenden Dank an alle Ausbilder, Schiedsrichter und  Inspektionsmitglieder für ihre geleistete Ausbildungstätigkeit. „Neben der Ausbildung der Feuerwehrdienstleistenden ist auch die Arbeit in den Fachbereichen, sei es regional im Landkreis aber auch überregional im Bezirk ein wesentlicher Aufgabenteil des Kreisfeuerwehrverbandes“  sagte Kaltner und nannte als Beispiel für die regionale Arbeit die hervorragend laufende Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Schulen.

„Nur die Einbettung in das System von Bezirks- und Landesverband ermöglicht im Rahmen der Verbandsarbeit die Interessen der Feuerwehrdienstleistenden, aber auch die Interessen von Städten und Gemeinden zu vertreten“, erklärte der Kreisbrandrat und bezog sich in diesem Zusammenhang auf die Verwendung der geleisteten Mitgliedsbeiträge. 

Grußworte sind gute Tradition bei der Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes. Landrat Georg Grabner, Josef Flatscher als Sprecher für die Landreisbürgermeister, Branddirektor Reinhold Ortler für die Salzburger Nachbarn, Polizeirat Gerrit Gottwald für die Polizei, Kreiswasserwachtsvorsitzender Rudi Schierghofer als Sprecher für Wasserwacht und BRK sowie Konstantin Krause als Vertreter des Technischen Hilfswerkes brachten Dank, Lob und Anerkennung für die geleistete zuverlässige und kompetente Arbeit der Feuerwehrkameraden zum Ausdruck. Den Grußwortrednern war es aber auch ein deutliches Anliegen, das gute Miteinander der „Blaulichtorganisationen“ zu unterstreichen.  So hatte Konstantin Krause ein besonders Lob mitgebracht: „Bei einer überregionalen Nachbesprechung in München zur Schneekatastrophe sagten uns die auswärtigen Hilfskräfte, dass es ein tolles Gefühl war, wie freundlich, herzlich und professionell uns die Kräfte im Berchtesgadener Land empfangen haben.“

Die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land war nicht nur geprägt von der Rückschau auf das abgelaufene Jahr. Einen breiten Rahmen nahm auch der Tagesordnungspunkt „Ehrungen“ ein. Heuer in ganz besonderer Weise. Denn in einer der Hauptversammlung vorausgegangenen Verbandsausschusssitzung waren Anpassungen in der Satzung beschlossen worden. Diese sind mittlerweile rechtskräftig. „Künftig können ehemalige Vorstandsmitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt werden, wenn sie mehr als zehn Jahre im Amt waren und der Verbandsausschuss zustimmt“ erklärte Kreisbrandrat Josef Kaltner und ergänzte: „Ebenso sollen Ehrenkreisbrandinspektoren und Ehrenkreisbrandmeister zu Ehrenmitgliedern ernannt werden können.“ Einstimmig hatte der Ausschuss deshalb beschlossen, erstmals verdienten Mitgliedern diese neue Auszeichnung zuteil werden zu lassen. Ebenso wurde in die Satzung aufgenommen, den Titel des Ehrenvorsitzenden zu vergeben.

Unter dem Applaus der Anwesenden wurden die beiden Ehrenkreisbrandräte Otto Blumenstein und Rudi Zeif zu Ehrenvorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land ernannt. Eine Urkunde mit der Ernennung zum Ehremitglied erhielten der langjährige Vertreter der Kommandanten Johannes Zimmermann, der langjährige Schriftführer Rainer Hofmann, der langjährige Schatzmeister und Ehrenkreisbrandinspektor Heinrich Waldhutter, der langjährige stellvertretende Vorsitzende und Ehrenkreisbrandinspektor Stefan Pfnür, Ehrenkreisbrandmeister Alois Berger, Ehrenkreisbrandmeister Heribert Bruckschlögl, Ehrenkreisbrandmeister Werner Ortner und Ehrenkreisbrandmeister Erich Güll. Werner Ortner wurde zusätzlich die Ehrung für 40jährige aktive Dienstzeit zuteil. Als Fach-Kreisbrandmeister für Atemschutz haben zahlreiche Feuerwehrdienstleistende seine Ausbildung für Atemschutz und Chemikalienschutzanzug durchlaufen. Als Dank und Anerkennung wurde ihm das „40-Jahre-Ehrenkreuz in Gold“ überreicht.

Für seine Verbundenheit und Unterstützung der Feuerwehren erhielt der langjährige Bürgermeister der Gemeinde Bayerisch Gmain, Hans Hawlitschek als Zeichen des Dankes die Ehrennadel in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes. In den Ruhestand wurden der langjährige Kassenprüfer Anderl Reichenberger und der frühere Pressewart Manfred Kral verabschiedet. Erstmals im Landkreis wurde an einen verdienten Kameraden die „Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Oberbayern in Silber“ überreicht. Kreisjugendwart Christian Burr übernahm dazu die Laudatio für den Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Bad Reichenhall Markus Rauch. Seit mehr als 20 Jahren ist er in dieser Funktion tätig und setzt sich unermüdlich für die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses ein. Was in Sachen „Feuerwehrnachwuchswerbung“ in der Kurstadt alles läuft, das erläuterte der Kreisjugendwart etwas detaillierter und überreichte in diesem Zusammenhang an den Reichenhaller Kameraden Burkhard Hupf die „Jugendmedaille des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land“ für dessen stetigen Einsatz in Sachen Nachwuchsarbeit.

Für 10jährige Tätigkeit als Landkreisausbilder im Lehrgang Atemschutz wurden Christoph Korona und Manfred Kral mit der Silbernen Nadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber erhielt Michael Wallner für seine Verdienste. Als sichtbares Zeichen der guten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Sachen Jugendausbildung übergaben der Kreisbrandrat und der Kreisjugendwart eine Auszeichnung an den Bezirkssachbearbeiter Jugend der Stadt Salzburg, Helmut Leimer.

Text: Maria Horn