Über 200 Einsatzkräfte beim Fachsymposium des Kreisfeuerwehrverbandes in Laufen

21.01.2026
Feuerwehr Symposium Kreisfeuerwehrverband
Seit vielen Jahren ist das Fachsymposium des Kreisfeuerwehrverbandes Berchtesgadener Land ein fester Termin im Kalender der Feuerwehren. Auch in diesem Jahr nutzten über 200 Einsatzkräfte aus dem Landkreis, dem weiteren bayerischen Raum sowie dem benachbarten Salzburger Land die Gelegenheit, um sich in der Salzachhalle in Laufen über aktuelle Fachthemen zu informieren und den grenzüberschreitenden Austausch zu pflegen.

Kreisbrandrat Michael Brandl freute sich bei der Begrüßung über die enorme Resonanz. Das kompakte Abendformat bot erneut eine Plattform für hochkarätigen Wissenstransfer. Dass so viele Kameradinnen und Kameraden – auch über die Grenze aus Salzburg – den Weg nach Laufen fanden, unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Blicks über den Tellerrand für die Sicherheit der gesamten Region.

Umweltschutz und Taktik: Schaumeinsatz mit Augenmaß

Als erster Referent des Abends beleuchtete Brandamtsrat Giancarlo Bruno (Staatliche Feuerwehrschule Geretsried) den „Umweltschonenden Einsatz von Schaumlöschmitteln“. Vor dem Hintergrund kommender Verbote fluorhaltiger Produkte (PFAS) erläuterte Bruno fundiert die aktuelle und künftige Gesetzeslage. Besonders wichtig war es ihm dabei, den Einsatzkräften die Verunsicherung zu nehmen: Schaum bleibt ein unverzichtbares Werkzeug, doch die Entscheidung für seinen Einsatz muss heute bewusster denn je getroffen werden. Bruno definierte klare Einsatzgrenzen und gab den Praxistipp, Sicherheitsdatenblätter der Schaummittel direkt auf den Fahrzeugen mitzuführen, um im Ernstfall eine schnelle Abstimmung mit Fachbehörden zu ermöglichen.

Großbrand in Eggenfelden: Theorie und Praxis im Vergleich

Einen tiefen Einblick in die operative Ebene gab Kreisbrandrat René Lippeck (Landkreis Rottal-Inn) zum Großbrand eines Reifenhandels. Anhand spektakulärer Aufnahmen verdeutlichte er die Dynamik des Geschehens. Lippeck strukturierte seinen Bericht entlang der verschiedenen Phasen: Er begann mit der Darstellung der „kalten Lage“ vor dem Schadensfall und schilderte daraufhin die Entwicklung in die „warme Lage“ des aktiven Einsatzes. Das Besondere: Aufgrund des Ausmaßes wurde eine Großschadenslage nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes (BayKSG) festgestellt. Auch Lippeck griff das Thema Schaumeinsatz auf und stellte den theoretischen Anforderungen die direkte Umsetzung in der Praxis bei einem Realbrand dieser Größenordnung gegenüber.

72 Stunden im Dauereinsatz: Taktischer Rückzug und gezielte Verteidigung

Besonders lebhaft gestaltete Stadtbrandrat Sebastian Öllerer (FF Stadt Landshut) seinen Erfahrungsbericht über einen 72-stündigen Brandeinsatz in einem Industriebetrieb. Als selbst beteiligter Einsatzleiter schilderte er eindrucksvoll den Einsatzverlauf und die speziellen Herausforderungen des Objekts. Im Mittelpunkt standen die taktischen Maßnahmen „Rückzug“ und „Verteidigen“: Da das Brandobjekt aufgrund der massiven Intensität nicht mehr zu halten war, konzentrierten sich die Kräfte erfolgreich auf den Schutz angrenzender Gebäude. Um den Brand schließlich abzulöschen, wurde das Lager mittels zweier ferngesteuerter Forstraupen ausgeräumt. Öllerer sensibilisierte zudem für den Vorbeugenden Brandschutz und schlug erneut die Brücke zum Schaumeinsatz.

Moderne Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Leitplanken

Den Abschluss bildete Kreisbrandmeisterin Stephanie Bleuse (Kreisbrandinspektion Bayreuth), die zunächst die Strukturen der Öffentlichkeitsarbeit in ihrem Landkreis vorstellte. Sie beleuchtete im Anschluss die juristischen Rahmenbedingungen und gab einen Überblick über zeitgemäße Informationskanäle von der Website bis hin zu Social Media, wobei sie auch auf Trends wie Linktrees und KI-generierte Bilder einging. Ein wesentlicher Teil ihres Vortrags widmete sich der rechtssicheren Einsatzfotografie. Bleuse erläuterte, was bei Aufnahmen in Innenräumen oder auf privatem Betriebsgelände zu beachten ist, um das Hausrecht und die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu wahren und die Feuerwehren vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Referenten für ihre Einblicke sowie den über 200 Teilnehmern für ihr großes Interesse. Besonderer Dank gebührt zudem der Stadt Laufen für die Bereitstellung der Salzachhalle sowie der Freiwilligen Feuerwehr Laufen für die hervorragende Verpflegung während der Veranstaltung.

Text: KFV BGL
Fotos: Feuerwehr Laufen