Heißausbildung im Brandübungscontainer des Freistaates Bayern in Surheim

01.09.2026
Feuerwehr Kreisbrandinspektion Lehrgang
64 Atemschutzgeräteträger trainieren unter realitätsnahen Bedingungen

Surheim - Dichter Rauch, kaum Sicht und große Hitze machen den Innenangriff bei einem Zimmer- oder Wohnungsbrand zu einer erheblichen körperlichen und taktischen Herausforderung. Die Einsatzkräfte müssen Brandentwicklungen richtig einschätzen und ihre Ausrüstung sicher beherrschen.

Auf diese Anforderungen bereitete der Brandübungscontainer des Freistaates Bayern vom 25. bis 29. August 2026 am Feuerwehrgerätehaus in Surheim vor. In acht Durchgängen absolvierten 64 Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis Berchtesgadener Land die intensive Heißausbildung.

Die Ausbildung vermittelt Erfahrungen, die unter gewöhnlichen Übungsbedingungen kaum möglich sind. Bereits bei früheren Stationierungen des Containers wurden im Landkreis jeweils 64 Feuerwehrangehörige geschult.

Das Szenario folgt dem typischen Ablauf eines Wohnungsbrandes: Nach der Lagebeurteilung kontrolliert der Atemschutztrupp Gerät, Maske, Schutzkleidung und weitere Ausrüstung, bevor er in den verrauchten Bereich vorgeht.

Nach einer Einweisung in Brandverlauf und taktische Besonderheiten erleben die Teilnehmer im holzbefeuerten Container Feuer, Rauch und Wärme unter kontrollierten Bedingungen. Geübt werden die Beurteilung von Rauchschichten und kritischen Entwicklungen, sicheres Vorgehen bei eingeschränkter Sicht, die Strahlrohrführung sowie die gezielte Kühlung des Brandraums. Eine gemeinsame Nachbesprechung schließt jeden Durchgang ab.

Besondere Bedeutung hat der dosierte Einsatz von Löschwasser. Er senkt die Temperatur und verbessert die Bedingungen für den vorgehenden Trupp. Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe Belastung, sondern aus den beobachteten Auswirkungen die richtigen Maßnahmen abzuleiten.

Der Freistaat Bayern finanziert und betreibt das mobile Übungsprojekt gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern und Dräger. Neben Brandverlauf und -bekämpfung ist auch die Einsatzhygiene Teil des Programms.

Für die Feuerwehrangehörigen bot die Stationierung in Surheim damit eine seltene Gelegenheit, theoretische Kenntnisse praktisch anzuwenden und das eigene Vorgehen auf wechselnde Bedingungen abzustimmen.

Da echte Brandeinsätze nicht planbar sind und gerade jüngere Kräfte solche Situationen nur selten erleben, ist dieses Training besonders wertvoll. Es schafft Handlungssicherheit für den Ernstfall.